Herz-Jesu Franziskaner


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PATER ANDREAS ENDL News 3

LITURGIE

Pater Andreas Endl - Herz-Jesu Franziskaner


Dezember 2006

Liturgischer Mißbrauch, ... warum schweigen die Hirten der Kirche ?

Mit einer Diskomesse feierte die kirchliche Bewegung ‘Katholische Jugend’ kürzlich ihr 60jähriges Bestehen. Bei dem Anlaß wären die anwesenden Mitglieder der österreichischen Bischofskonferenz beschlußfähig gewesen.

Die Jubiläumsmesse der 'Katholischen Jugend' fand bereits am 5. November statt.

Zu dem Anlaß in der sogenannten Wiener Jugendkirche versammelten sich neun österreichische Bischöfe und rund 2.500 Gläubige - darunter allein 400 ehemalige Funktionäre der 'Katholischen Jugend'.

Die Diskomesse wurde auf der Homepage der Religionsabteilung des 'Österreichischen Rundfunks' live übertragen.

Vorsteher der Diskomesse war der Grazer Weihbischof Franz Lackner. Bischof Lackner ist der österreichische Jugendbischof. Er galt bislang als konservativ. Die übrigen Bischöfe konzelebrierten nicht, sondern saßen in den Bänken.

Vom österreichischen Episkopat waren außer dem Zelebranten vertreten:

der Bischof von Linz, Mgr. Ludwig Schwarz,
der Bischof von St. Pölten, Mgr. Klaus Küng,
der Bischof von Innsbruck, Mgr. Manfred Scheuer,
der Bischof von Graz, Mgr. Egon Kapellari,
der Bischof von Eisenstadt, Mgr. Paul Iby,
der Wiener Weihbischof, Mgr. Franz Scharl,
der Wiener Weihbischof, Mgr. Helmut Krätzl,
der emeritierte Bischof von Graz-Seckau, Mgr. Johann Weber.

Die Messe versuchte mit 500 Scheinwerfern und 90.000 Watt zu begeistern. Ihr Motto lautete "Was is mit Du?". Zum Bußakt und während des Evangeliums spielten Jugendliche kleine Theatereinlagen.

Der 'Österreichische Rundfunk' benannte als "Höhepunkt" die Überreichung von neun eigens gestalteten Evangeliaren an Vertreter der Diözesen am Ende der Messe.

Die Predigt hielt Jugendseelsorger Markus Muth, der mit Weihbischof Lackner konzelebrierte. Er kam auch kurz auf das Allerheiligste Altarsakrament zu sprechen:

"Gott berührt uns selber in der Eucharistie, in der Messe: Wenn wir zusammen sind, wenn wir daran denken, was er bereit war, für uns Menschen zu geben - nämlich auch für seinen Traum, für seine Sehnsucht. Daß diese Welt wieder gut wird, wieder Heil wird. Daß sie Raum für alle Menschen hat. Daß Platz da ist, daß Liebe und Gerechtigkeit herrschen. Er hat seinen Sohn gegeben. Und in dieser Feier berührt er uns."

Frei erfundenes Credo

Eine Laienassistentin forderte die Anwesenden nach der Predigt auf, den Glauben zu bekennen. Die Versammlung betete daraufhin ein auf eine Leinwand projiziertes Gebet.

Ich glaube an Gott,
den Vater,
den Schöpfer der Welt.
Er hat mich an meinen Platz
in dieser Welt gestellt
mit all meinen Begabungen.
Er traut mir zu, die Welt zu verändern.

Gesungener Refrain: Ja ich glaube daran, und da halt ich mich an,
denn ich will für mein Leben einen Sinn.
Ja ich glaube daran, weil es mich tragen kann
und mir Hoffnung gibt, auf eine Zukunft hin.

Ich glaube an Jesus Christus,
Gottes Sohn, der Mensch wurde,
um dem Leben
zum Durchbruch zu verhelfen.
Das Glück der Menschen war ihm wichtiger
als Konventionen und Regeln.
Er hat geheilt, wer Heilung nötig hatte,
er hat geliebt, wem Liebe fehlte.

Er ist auf Hindernisse gestoßen,
aber sich und seiner Überzeugung
treu geblieben.
Auch den Tod hat er überwunden
und uns dadurch das Leben geschenkt.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
der mir die Kraft gibt,
die Botschaft Jesu umzusetzen.
Er gibt mir die Kreativität,
immer wieder Auswege zu finden.
Er gibt mir den Mut,
Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Er gibt mir die Ausdauer,
auch gegen Widerstände durchzuhalten.
Er gibt mir Freunde,
die mich im Leben begleiten.
Er führt uns zusammen
in der Gemeinschaft der Kirche.

Eucharistiefeier

Nach der Opferung warteten der Weihbischof und sein Konzelebrant einige Momente unsicher auf einen Zettel mit einem offenbar selbstgestrickten Text für die Präfation.

Nach der Wandlung von stark bröselnden Brothostien ließ Weihbischof Lackner den Gebetsaufruf Mysterium Fidei - Geheimnis des Glaubens - unter den Tisch fallen.

Stattdessen sang der Chor das englische Lied "I believe in Jesus" - "Ich glaube an Jesus".

Auch zum Friedensgruß ließen sich die Veranstalter etwas Ungewöhnliches einfallen.

Jeder Gläubige mußte auf einem an einem Stiel befestigten Kärtchen Durchhalteparolen schreiben. Die Laienassistentin gab zwei banale Beispiele: "Du schaffst das." "Nur weiter so." Die beschriebenen Kärtchen wurden an den Nachbarn weitergebenen - für den Fall, daß er zukünftig einmal vor Hindernissen stehen wird.

Auch Weihbischof Lackner schrieb am Altar ein ermutigendes Kärtchen. Seine Kollegen im Bischofsamt taten es ihm in der Kirchenbank gleich.

Vor der Brotkommunionspendung erklärte die Laienassistentin: "Wenn du daran glaubst, daß Jesus hier in Brot und Wein bei uns ist, lade ich ein, jetzt Mahl zu halten und ihn in der Kommunion zu empfangen."

Gleich danach legte die Laienassistentin selber Hand an und begann, die Kommunion an die Anwesenden auszuteilen.

Die Reste transportierten zwei Laien nach der Austeilung in mehreren Schüsseln vom Altar weg.

Abschließend bat die Laienassistentin um eine Spende, weil "so ein Gottesdienst sehr, sehr viel Geld" koste.

Zum bischöflichen Segen legte jeder die Rechte Hand auf die Schulter seines Neben- oder Vordermannes.

Nach der Messe fand noch ein sogenanntes Chillout statt.

Die Jugendlichen blieben in der Kirche, weil es draußen kalt und windig war. Es wurde ihnen dort auch "etwas zum Aufwärmen" geboten.

Die Webseite der Wiener Diskomessen zeigte auf ihrer Homepage unter zahlreichen Bildern der Messe - im Gegensatz zu früher - keine Fotos der Brothostien.

Bereits im Oktober 2005 hatte der Wiener Kardinal Christoph Schönborn zur Eröffnung der Jugendkirche seiner Erzdiözese ähnliche stark bröselnde Brothostien konsekriert und damit einen internationalen Skandal provoziert.



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