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LITURGIE
Pater Andreas Endl - Herz-Jesu Franziskaner
Februar 2007
Narrenveranstaltungen in der neuen modernen (nachkonziliaren) Messe !
Bei veranstalteten Faschingsmessen bitten liberale und moderne Geistliche die anwesenden Protestanten zur Kommunion.
Alljährlich tauschen Priester im Karneval ihr nicht mehr getragenes Birett gegen gerne aufgesetzte Narrenkappen.
Das Meßgewand weicht dem Clownkostüm und die Predigt der Büttenrede.
Narrenmesse mit kirchenrechtlich verbotenerInterkommunion:
In Dieburg erschienen am Samstag abend 800 Schaulustige zu einer seit Wochen angekündigten Narrenmesse.
Der modernistisch orientierte römisch katholische Pfarrer Alexander Vogl zeigte sich überrascht: "Daß es so voll geworden ist, hätte ich nicht gedacht" - sagte er dem Lokalblatt 'Darmstätter Echo'.
Die Stadt Dieburg befindet sich 30 Kilometer südöstlich von Frankfurt am Main und gehört zum Bistum Mainz.
Hochwürden Pfarrer Vogl ist gegenwärtig dabei seine neue Pfarrei St. Peter und Paul umzupolen.
Zur Narrenmesse begrüßte PfarrerVogl ausdrücklich anwesende Protestanten. Gegen Ende der Messe forderte er sie laut dem 'Darmstätter Echo' auf, die Heilige Kommunion zu empfangen.
Im Vorfeld hatte Pfarrer Vogl die Gläubigen gebeten, beim Gottesdienst in Verkleidung aufzukreuzen. So fanden sich in den Kirchenbänken auch Kardinäle, Priester, Clowns und Teufel.
Eine als Schornsteinfeger verkleidete 59jährige Frau bezeichnete die Faschingsmesse als "tolle Idee". Sie gehört einer Fastnachtsgruppe an und kam nur ausnahmsweise zur Kirche.
Zünftige Predigt
Bei einer Narrenmesse in Willisau im Schweizer Kanton Luzern füllten zahlreiche Schaulustige die Kirche. Die Stadt Willisau befindet sich 30 Kilometer nordwestlich der Stadt Luzern und gehört zum Bistum Basel.
Die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes übernahm die lokale Faschingsmusikgruppe. Die meisten Meßbesucher erschienen verkleidet oder geschminkt.
Der Zunftmeister der Willisauer Karnöffelzunft, Stefan Calivers, war von der Faschingsmesse hingerissen. Begeistert erklärte er vor einer Lokalzeitung: "Pfarrer Martin Walter hat toll mitgemacht."
Der Priester überließ dem obersten Narren auch die Predigt.
Dabei wurde eine abgewandelte Bergpredigt aufgekocht: "Sorget euch nicht zu sehr um das Morgen, lebt auch im Heute."
An Fastnacht gehe es um die Lebensfreude - stärkte der Zunftmeister das übernatürliche Gnadenleben der Schäfchen seines Pfarrers.
Auch ein Bischof
In zahlreichen Pfarreien des deutschsprachigen Raumes werden die Gläubigen schon seit Jahren aufgefordert, im Fasching bei der Sonntagsmesse kostümiert und geschminkt zu erscheinen.
In Aachen stand sogar ein Bischof einer Narrenmesse mit verkleideten Gläubigen vor.
Der Aachener Weihbischof, Mgr. Karl Borsch (47), zelebrierte am 11. Februar in der Hubertuskirche in Kempen - 30 Kilometer nordwestlich von Düsseldorf - die Faschingsmesse.
In Eberhardzell im Bistum Rottenburg-Stuttgart kostümierten sich die Ministranten bei einer Narrenmesse als Scheichs. Der Kinder- und Jugendchor verkleidete sich mit Seeräuberkostümen.
In der Pfarrei St. Josef in Moers im Bistum Münster trug der Pfarrer, Hochwürden Heinrich Bücker (75) während seiner gereimten Büttenpredigt eine Narrenkappe.
Auch sein Rednerpult war fastnächtlich dekoriert.
Büttenmesse
Morgen Samstag wird Pfarrer Vogl in 'St. Peter und Paul' die Vorabendmesse als sogenannten Narrengottesdienst feiern. Die Gottesdienstbesucher wurden aufgefordert, in Faschingskostümen zur Messe zu erscheinen.
Es handle sich nicht um eine Fastnachtssitzung in der Kirche. Die Messe soll "Gottesdienstcharakter" besitzen - betont der Priester vor dem 'Darmstätter Echo'. Er sei "in erster Linie" Pfarrer.
Die fastnachtlichen Aktivitäten nutze er als Plattform, um die Kirche an die Menschen heranzubringen. Jeder Mensch solle das nutzen, was er könne:
"Der Glaube ist wichtig. Und ich zeige den Leuten, daß ich da bin, und die Kirche modern ist."
Alkoholpredigt: In Wort und Tat
Heute Freitag wird Pfarrer Vogl bereits zum dritten Mal bei einer Dieburger Fastnachtssitzung eine Büttenrede zum Besten geben. Die Sitzung wird von den beiden Stadtpfarreien organisiert.
Pfarrer Vogl beteiligte sich in Dieburg schon zweimal an Fastnachtsveranstaltungen.
Bei seinem ersten Auftritt hielt er eine "Alkoholpredigt". Dabei forderte er die begeisterte Menge im städtischen Veranstaltungszentrum auf, Promillehaltiges aller Art sofort zu vernichten.
Er schritt auch selber zur Tat. Hochwürden Vogl ließ sich während seiner Rede vom Bürgermeister in der Rolle eines Mundschenks eine ganze Flasche Rotwein einschenken.
Der Vermutung, es handelte sich um Traubensaft, widersprach der Pfarrer: "Wenn schon, denn schon."
Narrenkarriere
Pfarrer Vogl hat bereits im Internat in Bamberg Büttenreden gehalten: "Für die war ich der Mainzer, der deswegen fastnachtlich aktiv sein mußte."
Schon während seiner Priesterausbildung beteiligte er sich an der "Seminarfastnacht".
Seiner alten Pfarrei in der "oberhessischen Diaspora" mußte er die Fastnacht erst näherbringen.
Das habe dazu geführt, daß die überwiegenden protestantischen Einwohner kaum glauben konnten, daß Pfarrer Vogl Katholik ist:
"Die dachten, wir seien nicht so lustig."
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