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HERZ JESU KULT
6. Die Erbin des Herzens Jesu
Margareta Maria genoß weiter des fortwährenden Verkehrs mit dem göttlichen Heilande. Unter anderem sagte er ihr einst: "Die Hölle kann nicht schrecklicher sein, als der Zustand eines der Gnade Gottes beraubten Herzens." "Ich habe das Weihwasser gern, und liebe so sehr das Kreuz, daß ich die Seelen, die es um meinetwillen tragen, noch inniger mit mir verbinde."
1678 erhielt Margareta Maria in Péronne Rosalie Greyffié eine neue Oberin. Von diesem Jahre an erschien ihr Jesus stets in Begleitung eines Engels. Im selben Jahre verlangte ihr göttlicher Lehrmeister von ihr ein geistliches Testament, worin sie alle Arbeiten, Leiden und Verdienste ihm übergebe. Die Oberin unterzeichnete: "31. Dezember 1678, Schwester Péronne Rosalie Greyffié; die Erblasserin: Schwester Margareta Maria, Schülerin des Herzens Jesu." Mit einem Federmesser schnitt sie den Namen "Jesus" in ihre Brust und schrieb mit dem Blute dieser Wunde auf wörtliche Eingebung ihres göttlichen Lehrmeisters:
"Ich mache dich zur Erbin Meines Herzens und aller darin verborgenen Schätze, und dies für Zeit und Ewigkeit. Zugleich gelobe ich dir, daß es dir nie an Hilfe fehlen wird, solange es Meinem Herzen nicht an Macht gebricht. Du bleibst dessen Schülerin und Vielgeliebte."
Am 15. Februar 1682 starb P. Claudius de la Colombière in Paray-le-Monial, wohin er nach viel Leiden und Verfolgungen aus England zurückgekehrt war, an der Schwindsucht eines heiligen Todes.
Margareta Maria verlor an ihm ihren besten Freund. Sie betete nicht für seine Seelenruhe, weil sie von Jesus wußte, daß er am Tage der Beerdigung in den Himmel aufgenommen worden ist. Papst Leo XIII. hat am 8. Januar 1880 die Einführung des Seligsprechungsprozesses genehmigt und Pius XI. ihn am 16. Juni 1929 selig gesprochen.
Unter der neuen Oberin Maria Christina Melin wurde Margareta Maria Assistentin und Novizenmeisterin. In der Erziehung der Novizinnen hatte sie herrliche Erfolge. Sie wurde nie müde, in aller Herzen die Andacht zum göttlichen Herzen Jesu zu begründen und zu fördern. Zur Feier des Festes vom Herzen Jesu lud sie ihre Mitschwestern und die Novizinnen ein. Freilich waren noch viele Vorurteile und andere Schwierigkeiten gegen die Herz Jesu-Andacht zu überwinden. Jesus führte durch seine treue Dienerin seine Pläne zum Siege.
7. Erster Triumph
1686 wurde es Margareta Maria möglich, die ersten Darstellungen ihres neuen Herz Jesu-Bildes verteilen zu können. Ihre frühere Oberin Greyffié sandte sie ihr. Die Andacht zum göttlichen Herzen Jesu wuchs immer mehr im Kloster des heiligen Franz von Sales in Paray-le-Monial und verbreitete sich von dort auch nach auswärts, besonders durch die früheren persönlichen Bemühungen von P. Claudius de la Colombière und durch seine hinterlassenen Schriften, wie "Retraite spirituelle", die eifrig gelesen und verbreitet wurde. Am meisten trugen die geduldigen Leiden der Schwester Margareta Maria dazu bei.
Der liebe Heiland offenbarte Margareta Maria neue Verheißungen. Am 24. August 1685 schrieb sie solche an Mutter de Saumaise:
"Er (Jesus) versprach mir, daß alle, die sich diesem heiligen Herzen weihen, niemals verloren gehen werden, und daß Er, der Quell aller Segnungen, diese im Überfluß ausgießen wird über jene Stätten, an denen das Bild dieses liebenswürdigen Herzens ausgestellt ist, um verehrt und geliebt zu werden. Durch dieses Mittel wolle er die Zwietracht aus den Familien entfernen und denen helfen, die sich in Not befinden."
Am 21. Juni 1686 wurde das Herz Jesu-Fest im Kloster feierlich begangen und bald darauf im Hause die erste private kleine Herz Jesu-Kapelle mit dem Herz Jesu-Bilde errichtet.
Besonderen Glanz bekam die Herz Jesu-Andacht, als am 7. September 1688 im Klostergarten die erste größere Herz Jesu-Kapelle mit einem großen Herz Jesu-Bilde mit großer Feier eingeweiht wurde. Sie wurde der Lieblingsaufenthalt der Schwester Margareta Maria. In der Folge versah Margareta Maria wieder das Amt einer Krankenschwester und dann wieder einer Assistentin im Jahre 1687. Die Zahl der besonderen Verheißungen, welche ihr das göttliche Herz Jesu machte, beträgt zwölf. Sie hat sie alle in ihren Briefen aufgezeichnet. Hier sei noch besonders die sogenannte große Verheißung erwähnt:
"Ich verspreche dir im Übermaße der Güte Meines Herzens, daß Meine allmächtige Liebe allen, die in neun aufeinanderfolgenden Monaten am ersten Freitag die heilige Kommunion empfangen, die Gnade aufrichtiger Reue in der Todesstunde verleihen wird, so daß sie nicht in Meiner Ungnade sterben, sondern die heiligen Sakramente empfangen, und in der letzten Stunde einen sicheren Zufluchtsort finden in Meinem Herzen."
8. Ein heiliger Tod
1690 sollte Schwester Margareta Maria zur Ordensoberin gewählt werden. Doch sie bat den lieben Heiland, dieses Opfer nicht von ihr zu verlangen, und Jesus erhörte ihre Bitte. Schwester Lévy Chateaumourant wurde Oberin. Im selben Jahre sagte Margareta Maria ihren baldigen Tod voraus, sowie die Früchte, welche ein Buch über die Herz Jesu-Andacht von P. Croiset S.J. hervorbringen werde. Sie bat, noch 40tägige Exerzitien machen zu dürfen, die sie am 22. Juli 1690 begann. Am 8. Oktober mußte sie sich infolge schwerer Leiden zu Bette legen. Die Sterbesakramente wurden ihr gespendet. Ihre Vorbereitung auf den Tod war ergreifend und rührend. "Jesus" war ihr letztes Wort. Sie starb am 17. Oktober 1690 abends 8 Uhr mit 43 Jahren, von denen sie 19 im Orden zubrachte. Das Volk verbreitet die Todesnachricht mit den Worten: "Die Heilige ist tot!"
9. Gottes Lohn
Das heiligste Herz Jesu hatte die Seele seiner auserwählten Braut in den Himmel aufgenommen. Das Volk eilte in Menge ins Kloster, um die Dienerin Gottes nochmals zu sehen. Mehrere Kranke wurden auf der Stelle gesund. An ihrem Grabe geschahen fortwährend Wunder. Leo XII. gab ihr am 28. März 1824 den Titel "ehrwürdig". Pius IX. sprach sie selig, Benedikt XV. hat am 17. März 1918 den Heiligsprechungsprozeß abgeschlossen. Am 13. Mai 1920 wurde Margareta Maria Alacoque von Benedikt XV. heilig gesprochen.
Gott hat ein schwaches Geschöpf, Schwester Margareta Maria, benützt, um die Andacht zum Herzen Jesu einzuführen und zu verbreiten. Heute hat diese Andacht die Welt erobert. Ströme von Gnaden sind durch sie auf die heilige Kirche Gottes und ihre Kinder niedergeflossen und fließen immer noch weiter. Die Vorhersagung Margareta Maria's hat sich erfüllt: "Das Herz Jesu wird herrschen!"
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