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LITURGIE TEIL 19

STUDIUM

Kommunion

Das Wort Kommunion bedeutet zu deutsch Vereinigung. Vor seiner Auferstehung hat der Herr gesagt: "Seht, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Mt 28,20) Dieses ‚Bei uns sein' hat er in ganz wunderbarer Weise verwirklicht, indem er uns sich selbst im Sakrament seiner Liebe geschenkt hat!
Bevor die Gläubigen die heilige Kommunion empfangen, kommuniziert zunächst der Priester. Jede einzelne Bewegung, die er dabei vollzieht, ist von Psalmversen begleitet. So spricht er, während er den Kelch ergreift: "Wie könnte ich dem Herrn all das vergelten, was Er an mir getan hat? Den Kelch des Heiles will ich ergreifen und anrufen den Namen des Herrn." (Ps 116,5)
Danach folgt die Kommunion der Gläubigen. Der Ritus der Kommunionspendung ist geprägt von großer Ehrfurcht und Würde. Der Priester segnet jeden einzelnen Kommunikanten, indem er mit der Hostie ein kleines Kreuzzeichen macht und dabei spricht: "Der Leib unseres Herrn Jesus Christus bewahre deine Seele zum ewigen Leben! Amen."
Bekanntlich hat sich die äußere Form der Sakramentenspendung im Laufe der Kirchengeschichte gewandelt. Mit der Zeit hat die Kirche immer tiefer verstanden, welch hohes Gut der Herr ihr anvertraut hat. Darum hat sie auch immer geeignetere Formen gefunden, um mit größtmöglicher Ehrfurcht den Leib des Herrn zu umgeben. Der knieende Empfang der heiligen Kommunion in den Mund ist zweifellos ein reifer und ganz und gar adäquater Ausdruck dieser Ehrfurcht. "Die herkömmliche Praxis gewährleistet auch zuverlässiger die erforderliche Ehrfurcht und die geziemende Würde bei der Spendung der heiligen Kommunion; sie hält die Gefahr der Verunehrung der eucharistischen Gestalten fern, unter denen Christus in einzigartiger Weise ganz und unversehrt zugegen ist, Gott und Mensch, wesentlich und dauernd; sie fördert die Sorgfalt, mit der die Kirche stets die Fragmente des konsekrierten Brotes zu achten empfiehlt: ‚Denn was du zugrunde gehen läßt, sollst du so betrachten, als ginge dir eines deiner eigenen Glieder verloren.' (Cyrill von Jerusalem)" (Instruktion der Gottesdienstkongregation ‚Memoriale Domini', 29.05.1969)
Es soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, daß das oben zitierte Dokument der Gottesdienstkongregation hinsichtlich der heute weithin verbreiteten Form der Kommunionspendung schwerwiegende Bedenken äußert: "Es steht auch zu befürchten, daß die neue Form der Kommunionspendung Gefahren nach sich zieht: Minderung der Ehrfurcht vor dem allerheiligsten Altarsakrament, Profanierung eben dieses Sakramentes und Verfälschung der rechten Lehre." (Memoriale Domini)
Bei der Frage nach der rechten Art und Weise der Kommunion-spendung geht es nicht um ein subjektives ‚Mehr-oder-weniger-würdig' von Hand oder Zunge. Vielmehr finden wir objektive Gründe, warum die herkömmliche Form der Kommunionspendung mit Sicherheit besonders dem Geist der Liturgie angemessen ist und der den eucharistischen Gestalten geschuldeten Ehrfurcht bestens entspricht.
(1) Der Gebrauch der Kommunion- patene liefert den Beweis dafür, daß tatsächlich Partikel der Hostie herunterfallen, die sehr wohl mit bloßem Auge - ohne jeden Anflug von Skrupulosität - noch als Brot erkannt werden können. Der Glaube aber lehrt uns die reale Gegenwart des Herrn auch im kleinsten Teilchen der sakramentalen Gestalten: "Wer leugnet, daß in dem verehrungswürdigen Sakrament der Eucharistie unter jeder Gestalt und unter den einzelnen Teilen einer jeden Gestalt nach der Teilung der ganze Christus enthalten sei, der sei mit dem Anathema belegt." (Konzil von Trient, 13. Sitzung 1551, 3. Lehrsatz, NR 579) Der heilige Cyrill von Jerusalem mahnt: "Habe wohl acht, damit von den eucharistischen Gestalten nichts verloren gehe. Denn sage mir, wenn dir jemand Goldkörner gäbe, würdest du sie nicht mit größter Behutsamkeit halten und besorgt sein, daß keines davon verloren gehe und du keinen Schaden leidest? Um wie viel mehr mußt du auf der Hut sein, auch nicht ein Brosämlein zu verlieren von dem, was unvergleichlich wertvoller ist als Gold und Edelstein." (5. Mystagog. Katech. Nr. 21)
(2) Die klassische römische Liturgie ist reich an feinen Zeichen der Ehrfurcht. Wir erinnern nur an die besondere Faltung des Korporale und an die ehrfürchtige Fingerhaltung des Priesters nach Berührung der heiligen Gestalten! "Die Kirche bezeugt ... im Ritus selbst ihren Glauben an Christus und ihre Anbetung." (Memoriale Domini) Wie soll man all das verstehen, wenn gleichzeitig den Gläubigen der Leib des Herrn in die Hände gelegt wird? Wenn auf Dauer die äußeren Zeichen der Ehrfurcht nicht beachtet werden, dann muß auch die innere Ehrfurcht und der Glaube an die wirkliche Gegenwart des Herrn im Sakrament des Altares de facto schwinden. Die Verkündigung des Glaubens wird unglaubwürdig, wenn die Praxis eine andere Sprache spricht!
(3) Schließlich entspricht es einer allgemeinen psychologischen Gesetzmäßigkeit, daß das, was alle anfassen können, unweigerlich an Wert verliert und zum ‚Gewöhnlichen' wird. Deshalb halten wir dafür, daß es recht ist, die Berührung der heiligen Gestalten den geweihten Händen des Priesters vorzubehalten, und daß die überlieferte Form der Kommunionspendung dem realen Glauben der Gläubigen an die wirkliche Gegenwart des Herrn gewiß förderlicher ist!

Purifikation

Nach der Kommunion werden die Finger des Priesters, der Kelch und gegebenfalls das Ziborium mit Wein und Wasser gereinigt. Dabei spricht der Priester die Worte: "Was wir mit dem Munde empfangen haben, Herr, das laß uns auch mit reinem Herzen aufnehmen, und aus dieser zeitlichen Gabe werde uns ewige Erquickung. - Dein Leib, Herr, den ich empfangen, und das Blut, das ich getrunken habe, bleibe stets in meinem Herzen; laß keine Sündenmakel in mir zurückbleiben, da mich dieses reine, heilige Sakrament gelabt hat!" Erst nach der Reinigung der Fingerspitzen, mit denen der Priester den Leib des Herrn berührt hat, nimmt er Daumen und Zeigefinger wieder auseinander. Mancher Gestus sagt mehr als viele Worte!



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