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HERZ JESU OFFENBARUNG
In der Familie kennt der älteste Sohn gewöhnlich am besten die Gesinnungen und Geheimnisse des Vaters. Ihm wird mehr anvertraut als den jüngeren Geschwistern. In der Gottesfamilie der Kirche habe Ich auch älteste Söhne; das sind Meine Auserwählten, die Seelen, die Mir durch das Priestertum oder druch die Ordensgelübde besonders geweiht sind. Sie leben in Meiner nächsten Nähe und empfangen die auserlesensten Gnaden. Ihnen offenbare Ich die Geheimnisse Meines Herzens. Ihnen übergebe Ich durch ihr Amt die Sorge für ihre jüngeren Brüder. Sie sollen sie unterweisen, leiten und ihnen Meinen Willen kundtun. Nur wenn Meine Auserwählten Mich wirklich kennen und lieben, wird es ihnen gelingen, auch andere zu Meiner Erkenntnis und Liebe zu führen. oder kann man den von Herzen lieben, dan man nicht kennt? Und kann man vertrauensvoll mit dem sprechen, von dem man sich fernhält?
Daran gerade möchte Ich Meine auserwählten Seelen erinnern. Es ist wahrlich nichts Neues, aber brauchen sie nicht eine Neubelebung ihres Glaubens, ihrer Liebe, ihres Vertrauens? Ich will, daß Meine Auserwählten Mir größeres Vertrauen schenken. Sie sollen Mich in der Tiefe ihres Herzens suchen. Ich wohne in der Seele, wenn sie im Stande der Gnade ist. Dort sollen sie Mich sehen, wie Ich wirklich bin: als den Gott der Liebe. Sie sollen mehr Liebe haben als Furcht; sie sollen an Meine Liebe glauben und nie daran zweifeln. Viele wissen, daß Ich sie erwählt habe, weil Ich sie liebte; aber wenn ihre Fehler und Schwächen sie niederdrücken, dann werden sie traurig, weil sie glauben, daß Ich sie nicht mehr so liebe wie zuvor." (4. Dezember 1923, S. 571)
"Ich sagte dir gestern, daß Mich diese Seelen nicht kennen. Sie haben nicht begriffen, was Mein göttliches Herz ist. Denn gerade ihre Armseligkeiten und Fehler ziehen Meine Güte zu ihnen herab. Wenn sie ihr Unvermögen und ihre Schwäche erkennen, wenn sie sich demütigen und vertrauensvoll zu Mir kommen, verherrlichen sie Mich mehr als vor ihrem Versagen.
Dasselbe gilt für ihr Beten, sei es für sich oder für andere: Wenn sie zögern oder an Mir zweifeln, ehren sie Mein Herz nicht. Aber sie verherrlichen Es, wenn sie zuversichtlich auf Erhörung ihrer Bitten hoffen, weil sie wissen, daß Ich ihnen nichts versagen kann, es sei denn, daß es ihren Seelen nicht zum Heile gereiche.
Als der römische Hauptmann Mich anflehte, seinen Diener zu heilen, sprach er zu Mir in großer Demut: 'Ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach!' Voll Glauben und Vertrauen fügte er jedoch hinzu: 'Aber sprich nur ein Wort, und mein Knecht wird gesund.' Dieser kannte Mein Herz. Er wußte, daß Ich dem Flehen einer Seele, die alles von Mir erwartet, nicht widerstehen kann. Er hat Mich sehr verherrlicht, denn mit der Demut verband er festes und vollkommenes Vertrauen... Ja, der kannte Mein Herz. Und doch hatte Ich Mich ihm nicht geoffenbart, wie Ich Mich Meinen erwählten Seelen offenbare.
Durch das Vertrauen erlangen sie unzählige Gnaden, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere. Ich will, daß sie diese Wahrheit tief erfassen, denn sie sollen den armen Menschen, die Mich nicht kennen, die Gesinnungen Meines Herzens kundtun.
Ich wiederhole: Was Ich jetzt sage, ist nichts Neues. Aber wie die Flamme der Nahrung bedarf, um nicht zu verlöschen, so brauchen die Seelen neuen Aufschwung, der sie emporreißt, und neue Glut, die sie neu belebt.
Nur wenige von denen, die Mir geweiht sind, haben ein unerschütterliches Vertrauen zu Mir; denn es gibt nur wenige, die in inniger Vereinigung mit Mir leben. Alle sollen wissen, daß Ich die Seelen so liebe, wie sie sind. Ich weiß, daß ihre Gebrechlichkeit sie mehr als einmal zu Fall bringen wird. Ich weiß, daß sie gar oft nicht halten werden, was sie Mir versprechen. Aber ihr guter Wille und ihr demütiges Vertrauen, das sie Mir nach ihrem Fall entgegenbringen, verherrlichen Mich so sehr, daß Mein Herz ihnen unermeßlich reiche Gnaden schenkt.
Ich will, daß alle Mir geweihten Seelen es wissen: Ich rufe sie zu einem Leben inniger Vereinigung mit Mir. Sie sollen sich nicht begnügen, mit Mir zu sprechen, wenn sie in der Kirche vor dem Allerheiligsten sind. Zwar bin Ich dort gegenwärtig, aber Ich lebe auch in ihnen, und es ist Meine Freude, eins mit ihnen zu werden.
Sie sollen Mir von allem sprechen, was ihnen am Herzen liegt; Mich in allem um Rat fragen, alles von Mir erbitten!... Ich lebe in ihnen, um ihr Leben zu sein. Ich wohne in ihnen, um ihre Kraft zu sein. Ja, Ich wiederhole es: sie sollen nicht vergessen, daß es Meine Freude ist, ganz eins zu sein mit ihnen! Ich wohne in ihnen; da sehe Ich sie, da höre Ich sie, da liebe Ich sie und erwarte, daß sie Meiner Liebe entsprechen.
Viele halten jeden Morgen ihre Betrachtung, aber oft ist es mehr eine Formsache als eine Begegnung in Liebe. Dann feiern sie die heilige Messe oder nehmen daran teil, empfangen Mich in der heiligen Kommunion; aber wenn sie aus der Kirche kommen, dann lassen sie sich von ihren Angelegenheiten so in Anspruch nehmen, daß sie kaum mehr daran denken, Mir ein Wort zu sagen.
In solch einer Seele bin Ich wie in einer Wüste. Sie sagt Mir nichts und bittet Mich um nichts, und wenn sie Trost braucht, so sucht sie ihn oft bei den Geschöpfen, anstatt bei Mir, ihrem Schöpfer, Der in ihr ist und lebt!...
Ist das nicht Mangel an Vereinigung, Mangel an innerlichem Leben oder, was das gleiche ist: Mangel an Liebe?
Ich will die Mir geweihten Seelen daran erinnern, daß Ich sie auf besondere Weise auserwählt habe, damit sie in inniger Vereinigung mit Mir leben, Mich trösten und für alle jene Sühne leisten, die Mich beleidigen.
Sie sollen bedenken , daß sie verpflichtet sind, Mein Herz kennenzulernen, in Seine Gesinnnung einzudringen und Sein Verlangen zu verwirklichen, so weit es in ihrer Macht steht.
Wenn ein Bauer sein Feld bestellt, so versucht er alles Unkraut auszureißen, und scheut weder Arbeit noch Mühe, bis es ihm gelungen ist. So will Ich, daß auch die Meinen, sobald sie Meine Wünsche erkennen, mit Hingabe und Eifer für Meine Interessen arbeiten und vor keiner Mühe zurückschrecken, um Meine Ehre zu vermehren und die Sünden der Welt zu sühnen!" (5. Dez. 1923, S. 572)
"Schreibe, damit alle Mir geweihten Seelen es wissen: Ich rufe alle zu einem Leben innigster Vereinigung mit Mir.
Sie sollen Meine Wünsche kennen, Meine Freuden und Schmerzen teilen, für Meine Interessen arbeiten, ohne Mühen und Leiden zu scheuen.
Ich rufe sie, Freud und Leid mit Mir zu teilen und durch Gebet und Buße Sühne zu leisten für die Sünden der Welt. Vor allem aber sollen sie danach streben, sich immer inniger mit Mir zu vereinigen und Mich nie allein zu lassen. Viele vergessen, daß Ich bei ihnen, Meinen Vertrauten, Trost suche.
Durch das Band der Liebe sind sie mit Mir und untereinander geeint und gewinnen Gewalt über Mein Herz, um den Sündern das Licht zur Erkennntis der Wahrheit und Verzeihung zu erflehen.
Spornt der Anblick der vielen Beleidigungen, die Ich erdulde, ihren apostolischen Eifer an, sich für die Arbeit in Meinem Weinberg einzusetzen, dann sollen sie es mit unerschütterlichem Vertrauen tun; Ich werde ihrem Flehen nicht widerstehen und ihnen die Gnade geben, derer sie bedürfen. Alle sollen sich bemühen, Mein Herz kennen zu lernen, Meine Gesinnungen zu verstehen, mit Mir vereint zu leben, zu Mir zu sprechen, Mich um Rat zu fragen. Ihr ganzes Leben sei Meiner größeren Ehre und dem Heil der Seelen geweiht.
Der Blick auf sich selbst soll sie nicht eng und eigensüchtig machen: vielmehr soll ihr Herz weit werden, da sie sich mit der Macht Meines Blutes und Meiner Verdienste umkleidet sehen. Wenn sie auf ihre eigene Kraft vertrauen, können sie nicht viel erreichen. Aber sie werden stark, wenn sie mit Mir arbeiten, in Meinem Namen und zu Meiner Ehre.
Die Mir geweihten Seelen sollen ihr Verlangen nach Sühne neu beleben und vertrauensvoll bitten, daß der Tag Christi, des Königs, das heißt der Tag Meiner Weltherrschaft anbreche! Sie sollen sich nicht fürchten, sondern auf Mich hoffen und vertrauen.
Eifer und Liebe für die armen Sünder verzehre sie; sie sollen Mitleid mit ihnen haben, für sie beten und milde mit ihnen umgehen.
Der ganzen Welt sollen sie Meine Güte, Meine Liebe, Meine Barmherzigkeit künden.
Gebet, Buße und vor allem Vertrauen seien die Waffen ihres apostolischen Wirkens; nicht das Vertrauen auf ihre eigenen Kräfte, sondern Vertauen auf die Macht und Güte Meines Herzens.
Meine Apostel waren arme, ungelehrte Männer, aber sie wurden reich und weise durch den Reichtum und die Weisheit Gottes. Ihr Losungswort sei auch das eure: 'Herr, in Deinem Namen gehe ich ans Werk, in Dir vermag ich alles.'
Ein Dreifaches verlange Ich von den Mir geweihten Seelen: Sühne, Liebe, Vertrauen.
Sühne, das heißt Vereinigung mit dem göttlichen Sühnopfer; für Ihn, mit Ihm und in Ihm wirken im Geiste der Sühne und in der Vereinigung mit Seinen Gesinnungen und Wünschen.
Liebe, das heißt Vertrautheit mit Dem, Der ganz Liebe ist, und Der sich herabläßt, Seine Geschöpfe um ihre Liebe und Freundschaft zu bitten.
Vertrauen, das bedeutet: Dessen sicher sein, Der ganz Liebe, Güte und Erbarmen ist; mit Dem ich lebe Tag und Nacht; Der mich kennt und Den ich kenne; Der mich liebt und Den ich liebe; Der die Seinen in besonderer Weise aufruft, Sein Leben zu teilen, Sein Herz zu erkennen und alles von Ihm zu erwarten." (6. Dezember 1923, S. 576)
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