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DIE WAHRHEIT

LEHRE

DIE WAHRHEIT


Die heilige Messe
Wenn jemand eine Heldentat vollbracht hat, setzt man ihm zur Erinnerung daran ein Denkmal.
Die entscheidenste Tat der Weltgeschichte ist nun aber der Kreuzestod Jesu Christi, da durch ihn die Welt, die durch die Sünde in die Gottesferne gefallen war, erlöst worden ist. Auch für diese Tat gibt es ein Denkmal: die heilige Messe.

Freilich ist dieses Denkmal viel vollkommenerer Art als die Denkmäler, die von Menschen gemacht worden sind. Es ist nicht nur ein totes Gebilde, das in uns bloß die Erinnerung an etwas wachrufen würde, was vor fast 2000 Jahren geschehen ist, sondern viel mehr: Die heilige Messe ist nicht nur Erinnerung, sondern auch Vergegenwärtigung und unblutige Erneuerung dieses einen Opfers Jesu Christi. In geheimnisvoller Weise wird das Kreuzesopfer Christi in jeder Messe gegenwärtig.

Die wahre Gegenwart Christi
Daher werden in der Messe nicht etwa nur Brot und Wein geopfert, sondern wie am Kreuz - der Leib und das Blut Jesu Christi. Was Christus beim letzten Abendmahl, also unmittelbar bevor er hinging, um zu leiden, getan hat, das tun seine Priester gemäß dem Auftrag Christi (Lk. 22,19) seither immer wieder: Sie verwandeln Brot und Wein in den Leib und das Blut unseres Erlösers.

Lesen wir, was das Evangelium darüber berichtet: "Während des Mahles nahm Jesus Brot, brach es und gab es den Jüngern mit den Worten: "Nehmet hin und esset, dies ist mein Leib". Dann nahm er einen Kelch, danke und reichte ihn ihnen mit den Worten: "Trinket alle daraus, denn dies ist mein Blut des Neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden"" (Mt. 26, 26-28).

Es kann nach diesen Worten kein Zweifel darüber bestehen, daß Christus uns wirklich seinen wahren Leib und sein wahres Blut im Sakrament der Eucharistie hinterlassen wollte. Man müßte dem Text Gewalt antun, wollte man daraus lesen, Christus habe nur ein Symbol für seinen Leib und sein Blut einsetzen wollen.

Selbstverständlich kann man die Verwandlung von Brot und Wein nicht mit den Methoden der Naturwissenschaft feststellen. Christus fordert den Glauben an sein Wort, darum bleiben die äußeren Gestalten völlig unverändert. Was sich unseren Sinnen darbietet, sieht weiterhin aus wie Brot bzw. Wein, schmeckt so und hat auch sonst alle Eigenschaften von Brot und Wein. Aber der gläubige Mensch weiß, das dies nur Schein ist, daß nun eine andere Realität unter diesen äußeren Gestalten verborgen ist.

Bestätigende Wunder
Gott hat den Glauben an die wirkliche Gegenwart Christi in der Eucharistie durch verschiedene Wunder bestätigt, die heute noch jeder nachprüfen kann, der es nur ernsthaft will. Eines der bekanntesten und sichersten Wunder ist das von Lanciano. Dort verwandelte sich im 8. Jahrhundert, als ein junger Priester unter erheblichen Glaubenszweifeln die Messe feierte, die Hostie in ein blutiges Stück Fleisch und der konsekrierte Wein in schäumendes rotes Blut. Diese verwandelten Gestalten sind - ohne zu verwesen, was ein weiteres Wunder darstellt - bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben und wurden 1970 einer medizinischen Untersuchung unterzogen. Die streng wissenschaftliche Prüfung kam zu folgenden Ergebnissen:

1. Es handelt sich um wirkliches Fleisch und Blut.
2. Sowohl das Fleisch als auch das Blut stammen von einem Menschen.
3. Das Fleisch weist die Struktur des Herzgewebes auf.
4. Das Fleisch und das Blut haben dieselbe Blutgruppe.
5. Fleisch und Blut gleichen dem einer lebenden Person, d.h. es scheint, als seien sie gerade einer lebenden Person entnommen worden.

Das Kreuzesopfer unter uns
Warum werden nun Leib und Blut getrennt auf dem Altar gegenwärtig gesetzt? Eben um anzudeuten, daß in der heiligen Messe das Kreuzesopfer vergegenwärtigt wird, denn am Kreuz hatte Christus sein Blut vergossen, waren Leib und Blut also getrennt.
Somit ist der Erlösungstod Christi für uns nicht ein Ereignis, das seit 2000 Jahren der Vergangenheit angehört, sondern wird immer wieder zur Gegenwart. Wer an der Messe teilnimmt, der weilt unter dem Kreuz Christi, der wird von der ganzen Liebe des sterbenden Erlösers beschenkt.

Der Priester
Bei diesem Geheimnis hat der Priester nicht bloß die Rolle eines Gemeindevorstehers, sondern er ist Stellvertreter Jesu Christi. Christus wirkt durch ihn und bringt durch ihn das Opfer dar. Darum sagt der Priester bei der Wandlung nicht: "Das ist der Leib Jesu Christi" , sondern er sagt: "Das ist mein Leib."

Dies ist die Größe des katholischen Priestertums, daß Christus durch dieses unter uns weiterlebt: predigend, segnend, Sünden vergebend und sein Opfer feiernd.

Heilige Kommunion
Nach dem ersten und eigentlichen Höhepunkt, nämlich der Wandlung, gibt es in der heiligen Messe noch einen zweiten Höhepunkt: die heilige Kommunion. Hier findet der gläubige Mensch die höchste Vereinigung mit Gott, die hier auf Erden möglich ist. Wer kommuniziert, der nimmt Christus selbst in sein Herz auf, wird von seiner Liebe überreich beschenkt und bereitet sich so auf die ewige Vereinigung mit ihm im Himmel vor. Daher sagt Christus: "Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und den werde ich auferwecken am Jüngsten Tag. Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm."( Joh. 6, 54-56)

Wie glücklich ist daher der gläubige Katholik. In keiner anderen Religion gibt es eine solch liebende Nähe Gottes zum Menschen.

Tod und Gericht
"Und wie es dem Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, und dann kommt das Gericht...." (Heb. 9, 27)

Der Mensch ist zusammengesetzt aus Leib und Seele. Der Leib besteht aus Materie. Alles aus und mit Materie Zusammengesetzte unterliegt aber den Gesetzen der Materie und daher der ständigen Wandlung, der Entstehung und Auflösung. Die Auflösung der Zusammensetzung von Leib und Seele nennen wir Tod.

Der Mensch war in seinem Urzustand durch eine besondere übernatürliche Gabe vor dieser Auflösung bewahrt. Durch die Sünde der Stammeltern ging diese Gabe verloren, und daher nimmt die Natur nun ihren gewöhnlichen Verlauf: Alle Menschen müssen sterben. Das gilt ohne jede Ausnahme!

Beim Tod trennt sich also die Seele vom Leib. Der Leib, der aus Materie besteht, zerfällt. Die Seele aber besteht nicht aus Materie. Sie ist geistig, einfach und nicht zusammengesetzt. Deshalb kann die Seele auch nicht zerfallen und vergehen wie der Leib, sondern sie bleibt bestehen. Was aber geschieht nun mit der Seele, die getrennt vom Leib weiterlebt?

Das persönliche Gericht
Mit dem Leib hat die Seele auch die Möglichkeit ihrer meisten natürlichen Tätigkeiten verloren. Damit ist die Zeit ihres Wirkens und Verdienens vorbei:
"Es kommt die Nacht, da niemand zu wirken vermag." (Joh. 9, 4) Nun ist es also soweit, daß die Seele den Lohn für ihre Arbeit erhält.

Der Mensch hat auf Erden gelebt, um sich die ewige Seligkeit in der Anschauung Gottes zu verdienen. Dafür hat er eine bestimmte Lebensfrist erhalten. Nun, nach deren Ablauf, kommt alles darauf an, ob er sein Ziel erreicht hat oder nicht und wie er die zur Verfügung stehende Zeit genutzt hat. Das wird sogleich nach dem Tod geprüft im persönlichen Gericht.

Himmel, Hölle, Fegfeuer
Die Seele steht nun nackt und bloß, nur mit ihren geistigen Fähigkeiten Verstand und Wille, Gott gegenüber. Diejenige Seele, die sich in der Todsünde und daher in der Trennung von Gott befindet, wendet ihren Willen sofort weit vom Angesicht Gottes. Freiwillig hat sie sich von Gott getrennt und kann und will diese Trennung jetzt nicht mehr rückgängig machen. Sie flieht vor Gott.

Da die Seele unsterblich ist, lebt sie von jetzt an in ewiger Trennung von Gott. Den Zustand und Ort dieser ewigen Trennung von Gott, dem Ziel aller Sehnsüchte und der Quelle aller Freuden, nennen wir die Hölle.

In der Hölle leiden die Seelen nicht nur unsagbare Qualen durch die endgültige Trennung von Gott, es werden ihnen auch noch zusätzliche Strafleiden auferlegt für ihre bösen Werke, die nicht nur gegen den Schöpfer, sondern auch gegen die Schöpfung gerichtet waren. Daraus besteht die doppelte Pein in der Hölle, die das Evangelium in den schrecklichsten Worten schildert.

Wir lesen vom "Feuerofen", wo "Heulen und Zähneknirschen" sein wird (Mt. 13, 50), von der "ewigen Pein" (Mt. 25, 46) und dem "unauslöschlichen Feuer, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt." (Mk. 9, 43 ff) "Der Wurm", das ist die Gewissenspein, durch eigene Schuld ewig von Gott getrennt zu sein; das Feuer, das "nicht erlischt", sind die zusätzlichen Strafleiden.

Ganz anders die Seelen, die im Stande der heiligmachenden Gnade und daher in der Liebe zu Gott vom Leib scheiden. Die Liebe treibt ihren von der Erdenschwere befreiten Willen förmlich in die "Arme" Gottes, dessen Natur sie durch die Gnade bereits in sich tragen. Nun werden sie ihn ewig schauen und liebend besitzen, in ewigem Glück und ewiger Freude. Und das nennen wir den Himmel.

Ebenso wie die Verdammten in der Hölle ihrer bösen Werke gegen die Schöpfung wegen noch zusätzliche Peinen erleiden außer der endgültigen Trennung von Gott, so werden die Seligen des Himmels mit zusätzlichen Freuden belohnt, die zum ewigen Genuß Gottes noch hinzukommen.

Christus spricht mehrfach vom Himmel, von der ewigen Glückseligkeit: "Euer Herz wird sich freuen, und eure Freude wird niemand von euch nehmen." (Joh. 16, 22) - "Ihr sollt essen und trinken an meinem Tisch in meinem Reich und auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten." (Lk. 22, 30)
Er spricht vom besonderen Lohn: "Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß im Himmel." (Mt. 5, 12) Doch übersteigt die Wonne des Himmels so sehr jede menschliche Vorstellungskraft, daß der hl. Paulus sagt: "Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr gehört und in keines Menschen Herz ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben." (1 Kor. 2, 9)

Es gibt aber auch Seelen, die zwar im Tod durch keine Todsünde von Gott getrennt sind, jedoch noch zeitliche Strafen für läßliche Sünden abzutragen haben. Obwohl sich diese Seelen im Stand der Gnade und der Liebe zu Gott befinden, können sie doch, durch die ihnen noch anhaftenden Makel beschwert, dem Trieb ihres Willens zu Gott nicht Folge leisten. Solche Seelen müssen daher zuvor von ihren Makeln gereinigt werden.
Dafür gibt es den Reinigungsort, der auch Fegfeuer genannt wird. Man nennt ihn so nach dem hl. Paulus, der im 1. Korintherbrief von demjenigen spricht, dessen Werke zwar auf den rechten Grund (d.i. die Gnade) gebaut sind, aber vor Gott nicht bestehen können:
"Er selbst aber wird selig werden, jedoch so wie durch Feuer hindurch." (1 Kor. 3, 15)
Aus dem Fegfeuer kommt die Seele erst frei, wenn sie "den letzten Heller bezahlt" hat (Mt. 5, 26). Dann aber, vollkommen gereinigt und durch nichts mehr behindert, kann sie dem Ruf der Liebe folgen: "Gehe ein in die Freude deines Herrn!"(Mt. 25, 21)


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